1. Was versteht man unter Sandstrahlen?
Unter Sandstrahlen versteht man die Reinigung von Oberflächen durch Einwirkung von einem Strahlgut als Schleifmittel, der durch Druckluft mit entsprechender Beschleunigung über eine Düse auf das Reinigungsobjekt gestrahlt wird. Dabei wird die Luft von einem Kompressor (Baustellen- oder Werkstatt-) geliefert. Bei einigen Systemen kann über den Strahlkopf Wasser beigemengt werden.
2. Wofür eignet sich Sandstrahlen?
- Fassadenreinigung (Klinker, Naturstein, Beton, etc.)
- Entfernung von Farbanstrichenvon Stein (Fassaden), Metall u.a.
- Entrosten von Metall
- Betonsanierung
- Brandschadensanierung
- Aufrauhen, glätten, strukturieren und mattieren von Oberflächen
3. Welche Verfahren gibt es?
- Niederdruck-Sandstrahlen
Das Strahlmittel befindet sich in einem Kessel (25-200 l), der
unter Druck gesetzt wird. Über ein Dosierventil gelangt das
Strahlgut mittels Druck und Schwerkraft in den Luftstrom zur Düse.
(siehe MEOS S2).
- Niederdrucksandstrahlen mit Wasserzusatz
(vor allem für Fassadenreinigung, auch Feuchtsandstrahlen genannt):
Wie oben aber durch speziellen Strahlkopf kann dem Luft-Sandstrahl-
gemisch Wasser beigefügt werden, um noch schonender zu reinigen
und Staubentwicklung zu vermeiden. Niederdrucksandstrahlen eignet
sich vor allem für größere Flächen. Druck und Sandmenge lassen sich
optimal einstellen.
- Mikro-(Niederdruck)-Sandstrahlen
Für kleinste Flächen und Stellen. Die mit äußerster Vorsicht gereinigt
werden müssen. Betrieben mit Werkstattkompressor
(siehe MEOS Mikrostrahler S5)
- Injektionssandstrahlen
Der Luftstrom saugt das Strahlmittel quasi drucklos aus einem Vorrats-
behälter zur Düse. (siehe MEOS II Luftsandstrahler)
Injektionsstrahlanlagen sind weniger aufwendig im Aufbau, haben
dafür aber eine etwas geringere Flächenleistung
- Vakuumprinzip (mit Absaugung)
Bei diesem Verfahren wird das Strahlmittel weggeblasen und sofort
durch ein Vakuum wieder aufgefangen und erneut in den Umlauf
gebracht. (siehe MEOS S4)
Geringe Flächenleistung. Aber überall einsetzbar, da staubfrei.
Geringster Strahlmittelverbrauch durch Wiederverwenden des
Strahlguts.
4. Strahlmittel, Art und Wirkung
Je nach Anwendung können unterschiedliche Strahlmittel zum'
Einsatz kommen: Granatsand, Asilikos, Korund, Stahlkugeln, Glasperlen,
Steinpuder, Backpulver, u.a.
Faktoren für die Wirkung eines Strahlmittels sind die physikalischen
Eigenschaften, wie: Härte, Zähigkeit, spez. Gewicht, Kornform und
Korngröße.
Strahlmittel unterscheiden sich zudem stark hinsichtlich Staubentwicklung und Verbrauch.
5. Reinigungswirkung
Neben den physikalischen Eigenschaften des Strahlmittels wird die
Wirkung aber auch durch den Luftdruck, die Härte der bestrahlten
Oberfläche, die Düsengröße und -form, den Strahlwinkel, das Strahlbild
und die Art der Verunreinigung bestimmt.
6. Die Wahl des Verfahrens (Anlage) und des Strahlguts hängt also ab von:
- Untergrund (Festigkeit)
- Art der Verschmutzung
- Größe der zu reinigenden Fläche
- Äußeren Umständen (Staubentwicklung möglich?)
|